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„Denkmal für die fünf Sinne“


Im Vorgarten des Neuen Stadtmuseums steht die drei Meter hohe, metallene Skulptur „Denkmal für fünf Sinne“ (1991) des postsurrealistischen tschechischen Künstlers Lubo Kristek.


Wie eine in die Höhe strebende, wachsende Pflanze windet sich ein schlanker Arm mit geöffneter Hand, den Tastsinn darstellend, aus dem Boden. Sie ist der Träger für Mund, Nase, Auge und Ohr, die so angebracht sind, dass sie insgesamt ein Gesicht bilden. Der Mund, der den Geschmack ausdrückt, ist am Zeigefinger fixiert und wird durch geschwungene, volle Lippen dargestellt. Die leicht gebogene Nase, den Geruchsinn symbolisierend, wird vom Mittelfinger getragen und hält selbst wiederum Auge und Ohr. Das „Sehen“ wird durch ein entsprechend gebogenes Band und einer Kugel gebildet, das „Hören“ durch ein zugeschnittenes und getriebenes Blech geformt. Alle Sinnesorgane sind harmonisch proportioniert zusammengeschweißt und lassen so die Teile zu einem „lebendigen“ Ganzen werden. Arm und Hand sind aus zahlreichen Einzelblechen zusammengesetzt und erfahren so eine sensible Struktur. Das „Denkmal für die fünf Sinne“ wurde 1992 von Beatrix und Erich Matthees von der Firma Lechstadt Hausbau gekauft und dem Neuen Stadtmuseum gestiftet.


Lubo Kristek wurde 1943 in Brünn in der Tschechoslowakei geboren. Er besuchte von 1949 bis 1962 die Experimentalschule, die er mit dem Bachelor of Arts abschloss und 1966 erfolgreich das staatliche Musikinstitut in Brno unter Professor Ventruba. Während dieser Zeit erfolgten erste Studienreisen und Ausstellungen in Jugoslawien, Polen und Ost-Deutschland. 1968 emigrierte er nach dem „Prager Frühling“ in die Bundesrepublik und machte Studienreisen durch Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Holland, Frankreich, Italien und Spanien. 1968 bis 1976 studierte er beim Master of Arts, Prof. Arno Lehmann, auf Schloss Salzburg in Österreich. Seine Kunst ist stark von Salvatore Dalí beeinflusst, dem er 1972 in Lligat, Spanien, begegnete. Seit 1972 lebte und arbeitete er in Kleinkitzighofen bei Landsberg, kehrte Ende der 90er Jahre aber wieder in seine Heimat Tschechien zurück. Kristek veranstaltet Performances und Happenings, formt hauptsächlich aussagekräftige Objekte und schafft surrealistisch anmutende Gemälde. Zu seinen Werken gehört die Großplastik „Baum des Wissens“ (1982) im Ignaz-Kögler-Gymnasium, die überlebensgroße Bronzestatue „Trinkender“ in den Anlagen in Greifenberg und das Wandaltarbild in einer Kapelle in Penzing. Das Neue Stadtmuseum widmete Lubo Kristek 1992 und 2008 eine Ausstellung, zur letzteren ist auch ein Katalog erschienen ist.
Autor: Dr. Hans-Jürgen Tzschaschel


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